Weite Grasrücken, stille Höhenwege und viel Himmel über dem Passeiertal: Auf dem Weg zur Hirzerhütte zeigt sich der E5 ruhig, rau und fast ein wenig verloren in den Bergen.
Von der Pfandler Alm hinauf zur Hirzerhütte wird der E5 wieder weiter, stiller und alpiner. Die Wälder verschwinden langsam hinter dem Wanderer – stattdessen bestimmen Almen, weite Grasrücken und lange Höhenwege den Tag. Der Blick reicht tief hinunter ins Passeiertal und weit hinüber zu den Gipfeln der Ötztaler Alpen.
Diese Etappe lebt weniger von einem einzelnen Höhepunkt als von ihrer offenen Landschaft. Die Wege ziehen sich in ständigem Auf und Ab durch das Hirzergebiet, oft einsam, oft windig und mit genau jener Ruhe, die man auf einer langen Alpenüberquerung irgendwann zu schätzen beginnt. Kleine Almhütten, Viehglocken und schmale Pfade sind dabei oft die einzigen Begleiter.
Erst gegen Ende taucht die Hirzerhütte plötzlich über den Hängen auf. Kein spektakulärer Ort – aber einer, der perfekt zum E5 passt: einfach, hoch gelegen und mit diesem besonderen Gefühl, den Bergen für einen Abend ein Stück näher gekommen zu sein.
Wegbeschreibung
Diese Etappe ist kürzer als die vorherigen, jedoch sollte man den steilen und anstrengenden Weg nicht unterschätzen. Es ist ratsam, ausreichend Wasser mitzunehmen, da es in den nächsten 3 Stunden bis zur Mahdalm keine Wasserquellen gibt.
Die Route ist durchgehend gut beschildert. Man startet von der Pfandler Alm auf einem kontinuierlich bergauf führenden Weg, der bald eine Forststraße kreuzt. Immer wieder wird diese Straße überquert.
Bei km 1,4 erreicht man eine Bergwiese, auf der der Tourismusverein St. Martin mit den Besitzern eine Hütte als Rastplatz für Wanderer eingerichtet hat. Der Weg verläuft am Waldrand entlang und wird zunehmend steiler, wodurch schnell Höhenmeter gewonnen werden. Der Wald wird lichter und Lärchenbäume zahlreicher.
Nach einem steilen Anstieg bei km 2,8 eröffnet sich ein Bergpanorama mit beeindruckender Fernsicht. Hier lohnt sich ein kurzer Abstecher nach links zur Riffelspitze auf 2060 m (20 min), vor allem bei gutem Wetter.
Der Weg verläuft nun flacher über steile Bergwiesen: Vorsicht bei nassem Wetter, da Absturzgefahr besteht. Der Weg wird angenehmer, geht meist leicht bergauf- und ab und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke. Nach mehreren Bergrücken sind die ersten Hütten sichtbar. Bei km 5,4 erreicht man die Mahdalm, mit einer schönen Sonnenterrasse und einer gepflegten Spielwiese. Nach weiteren 400 m (Weg Nr. 1) gelangt man zur Hintereggalm, wo ebenfalls ausgezeichnete Speisen angeboten werden. Hier kann man beim Grafeisenbach wieder Wasser auffüllen.
Von dort führt eine Forststraße (Weg Nr. 1) zu den nächsten Almen und schließlich zur Hirzerhütte, die nach etwa 0:30 h von der Hintereggalm erreicht wird. In der Nähe befinden sich sieben Almhütten, die alle hervorragende Verpflegung bieten. Die Hirzerhütte empfängt die Wanderer herzlich und bietet eine ideale Unterkunft mit neu renovierten Zimmern.

