Im Passeiertal zählt kein großer Gipfel mehr, sondern der Rhythmus des Gehens: über Höfe, Hänge und durch Schluchten bis St. Leonhard und am Ende in Kehren hinauf zur Pfandler Alm – einfach, rau und echt.
Im Passeiertal wird es ruhig. Keine Grenzdramatik mehr, keine spektakulären Joche – stattdessen ein langer Wandertag durch eines der rauen Herzen Südtirols. Der Weg zieht über alte Höfe und steile Waldhänge hinauf nach Stuls und Glaiten, wo die Berge plötzlich weit wirken und das Tal tief unten liegen bleibt. Dann wieder hinab Richtung St. Leonhard, der Heimat Andreas Hofers. Vorbei an Schluchten, Wasserrauschen und alter Bergbauernkultur. Diese Etappe lebt nicht vom großen Gipfelmoment, sondern vom Rhythmus des Gehens: aufsteigen, queren, absteigen, weiterziehen. Erst am Ende schraubt sich der Weg noch einmal ernsthaft bergauf, Kehre um Kehre zur Pfandler Alm. Dort oben wartet kein Luxus, sondern genau das, was man auf dem E5 irgendwann sucht: einfache Wärme, Holzgeruch und das Gefühl, weit genug gegangen zu sein.
Wegbeschreibung
Die Tour startet in Moos in Passeier. Im Dorfzentrum, neben dem Mooserwirt, kann man die Wasserflaschen an einem Brunnen auffüllen. Man folgt dem Gehsteig bis zur Hauptstraße beim Rathaus und biegt links ab, bergauf. Der ursprünglich rechts führende Weg Richtung Klettersteig und Wasserfall ist gesperrt.
Nach etwa 0,5 km zweigt der Stullerweg rechts steil bergauf ab und quert dabei mehrfach die Timmelsjochstraße und die Stuller Straße, bis er einen Hof erreicht. Von dort folgt man zunächst der Stuller Straße und anschließend einem Weg oberhalb der Straße. So gelangt man zur Antoniuskapelle, die einen beeindruckenden Ausblick in das Pfelderer Tal bietet.
In Stuls folgt man rund 2 km der asphaltierten Straße durch den Ort, bevor man nach dem Dorf und der Durchschreitung des Sagbachgrabens rechts auf einen Weg abwärts geht. Nach etwa 50 Höhenmetern zweigt der E5 links ab und quert auf gleichbleibender Höhe wieder zur Straße zwischen Stuls und St. Leonhard. Nach etwa 900 m in gleicher Gehrichtung zweigt wieder rechts ein Wanderweg ab, der in einigen Kehren hinab zu einer weiteren Asphaltstraße leitet. Die Straße kurz nach rechts und gleich wieder auf einen Wanderweg abbiegen, der wieder hinab zur eben verlassenen Asphaltstraße führt. Über diese Straße wird abwärts eine größere Asphaltstraße („Jaufenpassstraße“) und nachfolgend St. Leonhard in Passeier erreicht (Gehzeit vom Startpunkt etwa 3:30 Std.).
In einer Rechtskurve kann geradeaus über den Schlossweg abwärts durch den Ort gewandert werden, bevor wieder die große Straße erreicht wird. Nach dem Hotel Stroblhof hält man sich links und folgt der Beschilderung E5 (Weg Nr. 3) Richtung Pfandleralm bergauf bis zur Volksschule. Weiter geht es auf einer kleinen Bergstraße (Beschilderung E5 bzw. Nr. 3) in Richtung Sandhof – Andreas-Hofer-Weg. Nach dem Gehöft Gander (etwa 1,2 km vom Hotel Stroblwirt) zweigt ein Wanderweg rechts von der Bergstraße ab. Bald teilen sich die Wanderwege: Weg Nr. 3 erlaubt einen empfehlenswerten Abstecher zum „Sandwirt“, dem Geburtshaus von Andreas Hofer – der E5 nimmt jedoch den linken als Weg Nr. 5A nummerierten Weg, der angenehm durch Wälder und Wiesen etwas oberhalb des Talgrundes vorbei am Pfeifertal-Wasserfall entlangführt und schließlich die Hofschenke Pfeiftal erreicht.
Von dort gelangt man zunächst über den Weg 5A und dann über Wanderweg Nr. 1 in etwa 1:45 Stunden (600 Höhenmeter) zur Pfandleralm. Der steinige Waldweg ist teilweise steil und überquert immer wieder kleine Asphaltstraßen bzw. kleine Fahrwege. Auf der Pfandleralm versteckte sich Andreas Hofer, bevor er am 28. Januar 1810 von französischen Truppen gefangen genommen und später in Mantua hingerichtet wurde. Entlang des Weges informieren Stationen über seine letzten Tage.
Bei der Alm befindet sich eine Lichtung mit einem Hirschgehege sowie die alte Hütte, in der sich Hofer einst verborgen hielt. Die Pfandleralm eignet sich hervorragend als Stützpunkt für eine Übernachtung am E5.

