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Etappe 10

Hirzerhütte – Meran 2000

suedtirol
+ Schwierigkeit:Schwer
+ Dauer:5:45 h
+ Länge:10,4 km
+ Aufstieg:823 HM
+ Abstieg:845 HM
+ Höchster Punkt:2.682 m
+ Tiefster Punkt:1.924 m

Die alpinste E5-Etappe Italiens: schmale Steige, Geröll und lange Querungen durch die raue Bergwelt der Sarntaler Alpen – wild, still und fordernd bis Meran 2000.

Von der Hirzerhütte nach Meran 2000 zeigt der E5 noch einmal alpine Ernsthaftigkeit. Die sanften Almen rund um den Hirzer bleiben rasch zurück, dann wird das Gelände speziell rund um die 2.698 m hohe Hirzerscharte rauer, felsiger und deutlich hochalpiner. Über schmale Steige, steinige Querungen und ausgesetzte Passagen zieht der Weg über die Hirzerscharte und den anschließenden Gebirgsjägersteig durch die stille Bergwelt der Sarntaler Alpen. Tief unten liegt das Passeiertal, während ringsum schroffe Gipfel und karge Hänge den Charakter dieser Etappe bestimmen. Von der Hirzerscharte bietet sich auch ein Abstecher zum Hirzergipfel an – bei gutem Wetter ein lohnender Aufstieg mit einem 360-Grad-Blick über die umliegenden Gipfel.

Gerade in Italien ist dies die alpinste Etappe des E5 und gehört auch im Gesamten gesehen zu den alpinsten Etappen. Der Weg verlangt mit teilweise schwarzen Bergwegen (T4) Trittsicherheit, Konzentration und stabile Verhältnisse. Lange Querungen, Geröllfelder und die karge Weite der Höhenlagen sorgen dafür, dass dieser Abschnitt größer und wilder wirkt als viele Etappen zuvor. Gleichzeitig liegt genau darin sein Reiz: kein schnelles Durchkommen, sondern ein langer Tag mitten im Gebirge.

Erst gegen Ende tauchen die ersten Almflächen rund um Meran 2000 auf. Nach den felsigen Höhenwegen wirkt die Rückkehr in die sanftere Landschaft fast überraschend.

Wegbeschreibung

Die Etappe beginnt bei der Hirzerhütte auf 1.983 m ü.d.M., einer sehr gemütlichen Übernachtungsmöglichkeit (Achtung, Samstag Ruhetag). Nach dem Auffüllen der Wasserflaschen startet der breite Wanderweg leicht bergauf. Unterwegs findet man hier ausreichend Möglichkeiten den Wasservorrat aufzufüllen.

Bereits nach 300 m führt der Weg bei der idyllischen Tallner Alm vorbei. Weiter geht es geradeaus immer Richtung „Hirzer“ auf Wegen, die von den Unwettern ausgespült wurden. Der Pfad wird schmaler und deutlich steiler, führt in Serpentinen durch Alpenrosen und Kuhweiden und lässt den Wanderer schnell an Höhe gewinnen.

Nach etwa 580 Höhenmetern und rund 3 Kilometern werden erste gesicherte Passagen, die mit Stahlseilen versehen sind, erreicht. Hier ist Trittsicherheit gefragt, da der Pfad durch steile Querrisse verläuft. Nach weiteren 300 m ist die 2.698 m hohe Hirzerscharte (Giogo Piatto) erreicht, der höchste Punkt und die Schlüsselstelle der Tour. Hier bietet sich ein atemberaubendes Panorama mit freiem Blick ins Sarntal.

Variante: Bei gutem Wetter kann man einen Abstecher von ca. einer halben Stunde zum Hirzergipfel (2.781 m) machen, der einen unvergesslichen 360-Grad-Blick auf die umliegenden Gipfel bietet. Der Steig ist schmal und steil und nicht ganz ungefährlich. Zu lange sollte man sich auf dem Gipfel nicht aufhalten, denn der Abstieg ist wiederum auch steil und der Weg bis zum Ziel der Etappe noch weit.

Ob mit oder ohne Gipfel:nach einer kurzen Rast wird auf der Hirzerscharte die Bergseite gewechselt und auf der Ostseite abgestiegen. Der Weg führt nach fast 600 Höhenmetern Abstieg über Geröllfelder hinunter zu flachen Almwiesen, auf denen mehrere kleine Bergseen liegen, zu einer Weggabelung. Man folgt dem gut sichtbaren rechten der beiden Wege („Gebirgsjägersteig“ Weg Nr. 4), obwohl seit der Hirzerscharte die Markierungen spärlich sind. In leichtem Auf und Ab werden die teilweise sehr steilen Hänge auf einem schmalen Steig gequert und nach 7,5 km (gemessen von der Hirzerhütte) der klare Kratzberger See, der zur Rast oder eventuell zu einem erfrischenden Bad einlädt, erreicht.

Nach der Pause geht es bei der Weggabelung geradeaus weiter Richtung Missensteiner Joch (Weg Nr. 4). Der Weg wird breiter und angenehmer, da viele Wanderer vom Skigebiet Meran 2000 kommen.

Am Missensteiner Joch auf 2120 m begrüßt ein großes Holzkreuz den Wanderer, und das Skigebiet Meran 2000, wo Haflinger Pferde ihren Sommer verbringen, wird betreten. Von hier aus geht es geradeaus über den Weg Nr. 4 nur noch bergab, vorbei an der Grüblalm, bis schließlich die Forststraße erreicht wird, die links haltend und leicht ansteigend direkt zur Meraner Hütte führt. Kurz vor der Hütte liegt die Kirchsteiger Alm, die ebenfalls eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Das Etappenziel Meraner Hütte ist eine AVS-Hütte mit rund 50 Schlafplätzen, die vom gemütlichen Zimmer bis zum Hüttenlager alles bietet.

Empfohlener Zeitraum

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Highlights

  • Die Gebirgswelt der Sarntaler Alpen
    Die Gebirgswelt der Sarntaler Alpen wirkt auf der E5-Route wie ein deutlicher Kontrast zu den zuvor durchquerten, stark vergletscherten Hochalpen der Ötztaler Alpen rund um Wildspitze und Similaun. Statt Eis und schroffen Dreitausendern dominiert hier ein ruhigeres Gebirge mit Almmatten, wobei Gipfel wie der Hirzer durchaus anspruchsvoll sein können. Aufgrund der Lage „zwischen“ den weithin berühmten Bergen der Ötztaler und Stubaier Alpen sowie der Dolomiten ein durch und durch authentisches Gebirge mit vielen versteckten Kleinoden.

Einkehrmöglich­keiten

  • Tallner Alm: traditionelle Alm auf ca. 2.000 m direkt zu Beginn der Etappe (beliebter Rastplatz im Hirzergebiet)
  • Grüblalm: Almwirtschaft auf ca. 1.900 m nahe dem Missensteiner Joch (Einkehrmöglichkeit im Gebiet Meran 2000)
  • Kirchsteiger Alm: Almhütte nahe dem Etappenziel auf ca. 1.950 m (regionale Küche und Sonnenterrasse mit Bergblick)

Unterkünfte

  • Hirzerhütte: Berghütte auf 1.983 m (gemütliche Übernachtungsmöglichkeit am Ausgangspunkt der Etappe)
  • Kirchsteiger Alm: Almhütte auf ca. 1.950 m (Übernachtungsmöglichkeit kurz vor dem Etappenziel)
  • Meraner Hütte: AVS-Schutzhütte auf ca. 1.960 m mit rund 50 Schlafplätzen (Etappenziel mit Zimmern und Hüttenlager)

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