Hinauf auf fast 3.000 m Seehöhe: Überschreitung der Ötztaler Alpen vom Pitztal über das Rettenbachjoch ins Ötztal
Auf dieser Etappe steht der höchste Punkt auf der gesamten E5 an: das sage und schreibe 2.990 m hohe Rettenbachjoch! Ein echtes Highlight, die Überquerung des Gebirgskammes zwischen Pitztal und Ötztal mitten zwischen den Dreitausendern! Aber man sei auch gewarnt: Der Übergang ist teilweise mit Stahlseilen gesichert und erfordert solide Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Und schon ein Blick auf die Höhe von fast 3.000 m macht klar, dass gute Verhältnisse eine unbedingte Voraussetzung für diese Etappe sind. Im Frühsommer halten sich Schneefelder oft lange und können vorhandene Stahlseile unter sich begraben. Und auch im Hochsommer können Wetterstürze und Schneefälle eine Begehung zu einem gefährlichen Unternehmen machen.
Wenn aber Verhältnisse und persönliche Voraussetzungen passen, dann ist schon der Aufstieg vom Weiler Mittelberg im ersten Teil ein kleines Erlebnis. Für Auskünfte über die Beschaffenheit der Übergänge vom Pitztal ins Ötztal steht die Braunschweiger Hütte gerne telefonisch unter +43 664 20 12 013 zur Verfügung. Der Weg sucht sich die Schwachstellen im Felsgürtel, der den Talschluss versperrt und entlang von stahlseilgesicherten Passagen wandert man neben den tosenden Wasserfällen der Pitze und vorbei an den Klettersteigen aufwärts, bis bei der Braunschweiger Hütte eine wohlverdiente Pause eingelegt werden kann. Nun beginnt der letzte hochalpine Aufstieg zum Rettenbachjoch, der teilweise wieder mit Stahlseil gesichert ist. Der Abstieg vom Joch hinunter ins Skigebiet wurde auf Teilstrecken neu angelegt und ist nun – sobald er schneefrei ist – recht gut begehbar. Dennoch ist auch hier in jedem Falle Trittsicherheit angesagt! Alternativ kann man als Übergang zwischen Braunschweiger Hütte und Skigebiet Rettenbach auch das gleiche hohe Pitztaler Jöchl benutzen. Auch dieser Übergang ist als E5-Variante sehr beliebt, jedoch von der Schwierigkeit im Gegensatz zum Rettenbachjoch (roter Bergweg) ein schwieriger (schwarzer) Bergweg.
Wegbeschreibung
Von der einzigen Bushaltestelle in Mittelberg wandert man über die Schotterstraße aufwärts bis zur nahe gelegenen Einkehrmöglichkeit „Gletscherstube“ (Wegweiser E5). Bald schon verzweigt sich der Weg, man geht geradeaus Richtung Wasserfall und Felsriegel weiter (Beschilderung „Braunschweiger Hütte über Wasserfall“). Der Verlauf des Weges durch den Felsriegel ist gut beschildert, technisch einfach zu begehen und auf Teilstrecken mit Stahlseil gesichert.
Nach dem Felsriegel mündet er in die Skiabfahrt, über welche man bis zur nächsten Weggabelung gelangt. Diese ist wiederum beschildert. Man geht nach links weiter. Zum Teil steigt man recht steil und wiederum auf stahlseilgesicherten Abschnitten zur Braunschweigerhütte auf. Von dort hat man einen guten Blick auf den Weiterweg hinauf zum Rettenbachjoch, der beschildert ist und direkt hinter der Hütte beginnt (geradeaus Richtung Rettenbachjoch, während links der Weg zum Pitztaler Jöchl abzweigt). Der Abstieg vom Joch ist im oberen Teil aufgrund des Gletscherrückgangs leichter geworden. Er wurde neu trassiert und führt nun mehr oder weniger unter der Seilbahn gerade hinab. Bei schlechten Verhältnissen (z. B. bei Schnee im Frühsommer) ist hier besondere Vorsicht angebracht, ab Ende Juli kann man jedoch alternativ auch bequem mit der Bergbahn hinabschweben.
Im Skigebiet Rettenbach steigt man am besten schon hier auf den Linienbus 70 („Gletscher Sölden“) um, der stündlich nach Sölden fährt. Ansonsten geht man zur nahe gelegenen Bergsteigerkapelle Sölden weiter und steigt über die beschilderte Originalroute des E5 bis zur Mautstation ab (Haltestelle Linienbus) und nimmt dort den Bus 70 nach Sölden.

